Gesellschaft

Schulmensen: Nur 8 Prozent nutzen Bio-Zutaten trotz Förderprogramm

Nur 8 % der deutschen Schulmensen verwenden Bio-Lebensmittel trotz Förderprogramm. Die DGE-Erhebung zeigt Bürokratie als Hindernis für die Umsetzung.

Von Andreas Koch 1 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026
Schulmensen: Nur 8 Prozent nutzen Bio-Zutaten trotz Förderprogramm
Das Wichtigste in Kürze
  • Trotz eines bestehenden Bundesförderprogramms für Bio-Zutaten in Schulküchen nutzen deutschlandweit nur 8 Prozent aller Schulmensen Bio-zertifizierte Lebensmittel
  • Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die im Auftrag des BMEL

Trotz eines bestehenden Bundesförderprogramms für Bio-Zutaten in Schulküchen nutzen deutschlandweit nur 8 Prozent aller Schulmensen Bio-zertifizierte Lebensmittel. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die im Auftrag des BMEL durchgeführt wurde und 4.200 Mensen in 14 Bundesländern erfasste. Das Förderprogramm, das bis 2025 auf 45 Millionen Euro dotiert war, lief in vielen Regionen mangels qualifizierter Antragsstellung weitgehend leer.

Bürokratie als Haupthindernis

Schulträger und Caterer berichten übereinstimmend, dass die Antragsbürokratie für die Förderung unverhältnismäßig aufwendig sei. Viele Kommunen haben keine personellen Kapazitäten, um Bio-Beschaffungsanforderungen und Zertifizierungspflichten neben dem Tagesgeschäft zu stemmen. „Die Mittel sind da, aber der Zugang ist zu komplex", sagt DGE-Ernährungsexpertin Dr. Margit Pfeiffer. Dabei sind die Ergebnisse laut Ernährungsexperten eindeutig: Schulen mit höherem Bio-Anteil verzeichnen weniger Lebensmittelverschwendung und bessere Akzeptanz bei Schülern. Auch bei der Kinderarmut spielt Ernährungsqualität in Schulen eine soziale Rolle.

▶ Auf einen Blick
  • Nur ein geringer Anteil der Schulmensen nutzt Bio-Zutaten trotz Förderprogramm.
  • Bürokratie und fehlende Kapazitäten sind Hauptschwierigkeiten für Schulträger.
  • Bayern und Berlin zeigen positive Beispiele für Bio-Anschaffung in Schulen.

Bayern und Berlin als Ausreißer nach oben

Positive Ausnahmen sind Bayern, wo durch ein Landesprogramm immerhin 21 Prozent der Schulküchen Bio-Anteil von mindestens 20 Prozent erreichen, und Berlin mit einem städtischen Rahmenvertrag für Bio-Lieferanten. Bundesweit fehlt jedoch eine einheitliche Strategie. Bioland hat gemeinsam mit dem BÖLW ein vereinfachtes Zertifizierungsmodell speziell für Schulküchen vorgelegt — das BMEL prüft derzeit dessen Einführung als Pilotprogramm. Hintergründe unter boelw.de und verbraucherzentrale.de.

Eine Gesellschaft, die 20 Milliarden Euro im Jahr für Bio-Lebensmittel ausgibt, sollte es schaffen, Bio-Zutaten in Schulküchen zur Regel statt zur Ausnahme zu machen.

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EinordnungDie aktuelle Erhebung zeigt eine Diskrepanz zwischen der Verfügbarkeit von Fördermitteln und der tatsächlichen Nutzung von Bio-Lebensmitteln in Schulküchen. Eine fehlende einheitliche Strategie und bürokratische Hürden bremsen den Prozess.
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Andreas Koch
Gesundheit & Klima

Andreas Koch analysiert medizinische Studien, Gesundheitspolitik und Klimaforschung. Er übersetzt komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche Berichte für ein breites Publikum.

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