Familie

Lebensmittelampel: Bundesregierung ringt um Einführung

Von ZenNews24 Redaktion 1 Min. Lesezeit
Lebensmittelampel: Bundesregierung ringt um Einführung
Das Wichtigste in Kürze
  • Vier Jahre Nutri-Score: Nur 34 Prozent der Verbraucher nutzen ihn aktiv
  • Die EU-Einigung auf eine verbindliche Lebensmittelampel ist gescheitert — Verbraucherzentralen raten inzwischen zu Scan-Apps

Nutri-Score: Bekannt, aber kaum genutzt — was das über die Ampel-Debatte sagt

Deutschland hat 2020 den Nutri-Score als freiwilliges Kennzeichnungssystem eingeführt. Eine repräsentative Befragung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigt vier Jahre später: Nur 58 Prozent der Verbraucher kennen das System, nur 34 Prozent nutzen es aktiv beim Einkauf. Verbraucherschützer fordern seit Jahren eine verbindliche Ampelkennzeichnung, die Rot, Gelb und Grün direkt für Fett, Zucker und Salz ausweist — ohne die algorithmische Verrechnung, die beim Nutri-Score Kritik erntet.

EU-Einigung scheiterte — Lebensmittellobby in der Kritik

Die EU-Kommission hatte 2023 angekündigt, bis 2024 einen einheitlichen Standard vorzulegen — dieser Zeitplan ist gescheitert. Foodwatch und der vzbv machen Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie für die Verzögerung verantwortlich. Großbritannien und Irland haben nationale Ampelsysteme eingeführt, die laut unabhängigen Studien das Kaufverhalten nachweislich beeinflussen. Bundesernährungsminister Cem Özdemir hatte eine Pflicht-Ampel für stark zuckerhaltige Kinderprodukte als nationalen Alleingang geprüft — das Vorhaben scheiterte am Koalitionsstreit. Wie hoch der Zuckergehalt bei gezielt an Kinder vermarkteten Produkten tatsächlich ist, zeigt die Ökotest-Analyse zu Kinderprodukten im Supermarkt; warum das auch eine Frage der Schulernährung ist, belegt die DGE-Untersuchung zum Schulmittagessen. Verbraucherrechte und Kennzeichnungsfragen erläutert die Verbraucherzentrale; Ernährungsstandards für Kinder und Familien dokumentiert das Bundeszentrum für Ernährung. Risikobewertungen zu Inhaltsstoffen stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereit.

Verbraucherzentralen empfehlen Eltern inzwischen, Apps wie "Code Check" zu nutzen, um Inhaltsstoffe beim Einkauf selbst zu scannen — ein Notbehelf, der verdeutlicht, wie weit Deutschland von einer nutzerfreundlichen Kennzeichnungspflicht noch entfernt ist.

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