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Straße von Hormus: Trump sucht Chinas Hilfe – droht ein globaler Ölschock?

Die Spannungen im Persischen Golf eskalieren: Präsident Trump wirbt um Pekings Unterstützung, während die strategisch entscheidende Meerenge umkämpft bleibt und die Ölmärkte nervös reagieren.

Von ZenNews24 Redaktion 2 Min. Lesezeit Aktualisiert: 16.05.2026
Straße von Hormus: Trump sucht Chinas Hilfe – droht ein globaler Ölschock?
Das Wichtigste in Kürze
  • Im Konflikt um die Straße von Hormus setzt US-Präsident Donald Trump auf eine ungewöhnliche Allianz: China soll bei der Offenhaltung der wichtigen Schifffahrtsroute helfen
  • Der Iran weist die Verantwortung für die Blockade den USA zu – die Lage im Persischen Golf bleibt hochexplosiv und belastet die globalen Energiemärkte

Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen, ist zum neuen Brennpunkt zwischen Washington und Teheran geworden. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump hat sich Chinas Staatschef Xi Jinping bereit erklärt, bei der Sicherung der Meerenge zu helfen. Beide Mächte demonstrieren damit eine seltene Einigkeit – ausgerechnet in einer Phase, in der die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und China durch den anhaltenden Handelsstreit schwer belastet sind.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und gilt als eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt. Täglich passieren Tanker mit Millionen Barrel Rohöl die enge Meerenge zwischen Iran und Oman. Eine dauerhafte Blockade würde nicht nur die Ölversorgung der asiatischen Märkte – allen voran China – gefährden, sondern auch die europäische und globale Energieversorgung empfindlich treffen. Erste Reaktionen an den Rohstoffmärkten zeigen bereits deutliche Preisaufschläge beim Erdöl.

Iran macht Washington verantwortlich

Teheran weist die Darstellung der USA entschieden zurück. Iranische Regierungsvertreter machen Washington für die angespannte Lage verantwortlich und werfen den USA eine aggressive Politik der Einkreisung vor. Gleichzeitig deutet der Iran an, die Kontrolle über die Meerenge als Druckmittel einsetzen zu können – eine Drohung, die in der Vergangenheit wiederholt zur Destabilisierung der Ölmärkte beigetragen hat. Die Situation wird dadurch verkompliziert, dass nach übereinstimmenden Berichten eine zuvor erzielte Waffenruhe gebrochen worden sein soll, was die Verhandlungsposition aller Beteiligten erheblich erschwert.

Für die Trump-Administration ist das Werben um Chinas Unterstützung ein strategisch bemerkenswerter Schritt. Peking ist als größter Abnehmer iranischen Öls traditionell an stabilen Lieferwegen interessiert und unterhält gleichzeitig enge wirtschaftliche Beziehungen zu Teheran. Dass Xi Jinping nun Hilfe signalisiert haben soll, könnte auf einen chinesischen Kurswechsel hindeuten – oder aber auf das Bestreben Pekings, in einer globalen Krise als verantwortungsvoller Akteur aufzutreten und diplomatischen Einfluss zu gewinnen. Beobachter warnen jedoch davor, die Aussagen Trumps ohne offizielle Bestätigung aus Peking als gesichert zu bewerten.

Die geopolitischen Folgen der Krise sind weitreichend. Europa, das bereits unter den Nachwirkungen des Ukraine-Krieges und hoher Energiepreise leidet, beobachtet die Entwicklungen mit wachsender Sorge. Experten warnen: Sollte die Straße von Hormus auch nur teilweise blockiert bleiben, könnten die Ölpreise kurzfristig auf über 100 Dollar pro Barrel steigen. Die Bundesregierung hat bislang keine öffentliche Stellungnahme zur Lage abgegeben; in Brüssel wird nach Informationen aus EU-Kreisen bereits über Notfallszenarien für die Energieversorgung diskutiert.

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Quelle: WELT
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