ZenNews24› Gesundheit› Hitze: Trinken, kühlen, versorgen - Tipps für ält… Gesundheit Hitze: Trinken, kühlen, versorgen - Tipps für ältere Menschen bei hohen Temperaturen Hitze: Trinken, kühlen, versorgen - Tipps für ältere Menschen bei hohen Temperaturen Von ZenNews24 Redaktion 08.07.2026, 13:11 Uhr 6 Min. Lesezeit Das Wichtigste in Kürze Extreme Hitze stellt für ältere Menschen eine erhebliche gesundheitliche Belastung darWährend junge, gesunde Erwachsene Hitzewellen oft gut verkraften, reagieren Seniorinnen und Senioren deutlich anfälliger auf hohe TemperaturenDas liegt daran, dass die körpereigene Temperaturregulation mit zunehmendem Alter nachlässt und… Extreme Hitze stellt für ältere Menschen eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar. Während junge, gesunde Erwachsene Hitzewellen oft gut verkraften, reagieren Seniorinnen und Senioren deutlich anfälliger auf hohe Temperaturen. Das liegt daran, dass die körpereigene Temperaturregulation mit zunehmendem Alter nachlässt und viele ältere Menschen gleichzeitig an chronischen Erkrankungen leiden oder Medikamente nehmen, die den Wärmehaushalt beeinflussen. Besonders tückisch: An Tag drei einer Hitzewelle verschärft sich die Situation dramatisch, wie Experten aus Medizin und Pflege berichten.InhaltsverzeichnisDer kritische dritte Tag der HitzewelleRichtig trinken: Mehr als nur WasserAbkühlen: Praktische Strategien im AlltagMedizinische Versorgung und MonitoringKonkrete Handlungsempfehlungen für Ältere und Pflegepersonen Der kritische dritte Tag der Hitzewelle Der Körper ist nicht unbegrenzt hitzeresistent. Nach zwei Tagen mit extrem hohen Temperaturen zeigt sich bei vielen älteren Menschen ein kritischer Wendepunkt. Die körpereigenen Kühlmechanismen sind erschöpft, die Flüssigkeitsreserven aufgebraucht und die Kreislaufbelastung akkumuliert sich. „Das ist tatsächlich der Punkt, an dem die Notaufnahmen voll werden", erklärt Dr. med. Sabine Rothmann, Geriäterin und Notfallmedizinerin an einem Universitätsklinikum. „Wir sehen dann gehäuft Fälle von Hitzeerschöpfung, Dehydrierung und Verschlechterung bestehender Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Diabetes." Physiologisch erklärt sich das mit der Überlastung mehrerer Systeme gleichzeitig. Während die Hitze den Körper belastet, sinkt gleichzeitig die Flüssigkeitsaufnahme durch mangelndes Durstgefühl – gerade bei älteren Menschen ist dieser Mechanismus oft gestört. Gleichzeitig intensiviert sich die Elektrolytverluste durch Schwitzen, was zu gefährlichen Unausgeglichenheiten führt. Dies ist auch der Grund, warum besonders während Hitzewellen mit neuen Rekordtemperaturen ältere Menschen verstärkt überwacht werden sollten. Zahlen zur Hitzesterblichkeit bei älteren Menschen Altersspezifische Mortalität: Menschen über 75 Jahren haben ein bis zu fünfmal höheres Risiko, hitzeassoziierte Komplikationen zu erleiden als junge Erwachsene. Europäische Daten: Bei der Hitzewelle von 2021 waren etwa 85 Prozent der Hitzetodesfälle Menschen über 65 Jahren.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Medikamenteneffekt: Etwa 40 Prozent der älteren Menschen in Deutschland nehmen Medikamente, die die Thermoregulation beeinflussen, darunter Betablocker, Diuretika und Antidepressiva. Dehydrierungsrisiko: Der Flüssigkeitsbedarf älteren Menschen steigt bei Hitze um bis zu 50 Prozent – oft wird dieser aber nicht bemerkt, da das Durstgefühl nachlässt. Fressnapf: Tipps für Hunde bei Hitze — Direkter Bildbezug zum Thema Tipps. (Quelle: Deutsches Institut für Altersheilkunde, Weltgesundheitsorganisation WHO) Richtig trinken: Mehr als nur Wasser Das wichtigste Prinzip bei Hitze ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr – doch hier gibt es entscheidende Unterschiede, worauf Pflegefachkraft Michaela Gersten, Pflegeleitung eines Seniorenzentrums, hinweist: „Viele denken, sie müssen nur mehr Wasser trinken. Das stimmt nur halb. Wir müssen gezielt trinken und dabei auch Elektrolyte berücksichtigen." Idealerweise sollten ältere Menschen bei Hitze mindestens zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen – manche Experten empfehlen sogar drei Liter an besonders heißen Tagen. Entscheidend ist dabei: nicht auf Durst warten, sondern präventiv trinken. Ein praktisches System ist, sich für jeden Tag Wassergläser bereit zu stellen und diese über den Tag verteilt zu trinken. „Wir setzen das im Pflegealltag so um, dass wir vier bis fünf Mal täglich gezielt zum Trinken auffordern und dabei verschiedene Getränke anbieten", erklärt Gersten. Aber welche Getränke sind ideal? Neben Wasser sind Elektrolyträte in Getränken wichtig. Mineralwasser mit ausreichend Natrium und Kalium ist besser als reines Wasser. Auch verdünnte Saftschorlen, leichte Brühen oder spezielle Elektrolytgetränke (wie sie zur Rehydrierung in Apotheken erhältlich sind) sind sinnvoll. Koffein und Alkohol sollten gemieden werden, da sie diuretisch wirken und die Dehydrierung verschärfen. Ein oft übersehener Tipp: Kühle Getränke sind zwar erfrischend, sollten aber nicht eiskalt sein. Zu kalte Getränke können bei älteren Menschen zu Magen-Darm-Problemen führen. Zimmertemperatur oder leicht gekühlt ist optimal. Abkühlen: Praktische Strategien im Alltag Zur Körperkühlung gibt es mehrere bewährte Methoden. Die häufig empfohlenen kalten Duschen sind für ältere Menschen allerdings nicht ideal, da der plötzliche Temperaturwechsel den Kreislauf belastet. Besser sind lauwarme Duschen oder Bäder. Ein Klassiker, der unterschätzt wird: feuchte Wickel und Kompressen. Diese auf Stirn, Nacken und Unterarmen angebracht, ermöglichen durch Verdunstung sanfte Kühlung. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: So kommen Sie gut durch die nächste Hitzewelle - Empfehlungen für... — Visueller Hintergrund zum Thema. Überraschend wirksam ist auch eine Wärmflasche – allerdings gefüllt mit kaltem oder gekühltem Wasser statt heißem. Diese kann tagsüber in den Gefrierschrank gelegt und dann zur Kühlung von Leisten-, Achsel- oder Halsgegend verwendet werden. „Die großen Blutgefäße liegen dort nah an der Hautoberfläche, und eine kalte Kompresse hilft dort deutlich beim Absenken der Körpertemperatur", erklärt Dr. Rothmann. „Das ist ein alter Trick aus der klinischen Notfallmedizin, den wir auch bei älteren Menschen empfehlen." Weitere Kühlungsmaßnahmen sind offensichtlich, werden aber oft vergessen: Räume während der heißesten Tageszeit mit Jalousien oder Vorhängen verdunkeln, nachts lüften, wenn es kühler wird, und luftige, helle Kleidung tragen. Ein Ventilator kann hilfreich sein, allerdings sollte dieser nicht direkt auf die Person gerichtet sein, sondern die Raumluft zirkulieren lassen. Mehr zu bewährten Maßnahmen für Abkühlung bei hohen Temperaturen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber. Medizinische Versorgung und Monitoring Für ältere Menschen mit Grunderkrankungen ist es entscheidend, dass medizinische Betreuung nicht vernachlässigt wird. Manche Medikamente müssen bei Hitze angepasst werden – etwa Blutdrucksenker oder Diabetes-Medikamente. Ein Anruf beim Hausarzt oder der Apotheke vor einer Hitzewelle kann klären, ob Dosisanpassungen nötig sind. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Menschen, die allein leben. Nachbarschaftliche Kontakte oder regelmäßige Anrufe können lebensrettend sein. Tatsächlich zeigen Studien, dass regelmäßiger Kontakt und Unterstützung während Hitzewellen die Mortalität deutlich senken. Ähnlich kritisch wie Hitze sind auch Extremtemperaturen wie die Rekordhitze in Europa für diese Bevölkerungsgruppe. Die Vorbereitung sollte daher langfristig erfolgen. Konkrete Handlungsempfehlungen für Ältere und Pflegepersonen Proaktiv trinken: Mindestens zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit täglich trinken, nicht auf Durst warten. Verschiedene Getränke anbieten und gezielt vier bis fünf Mal täglich zum Trinken auffordern. Elektrolyträte und Mineralwasser bevorzugen, Koffein und Alkohol meiden. Räume aktiv kühlen: Während der Hitze tagsüber abdunkeln, nachts lüften, Ventilatoren einsetzen. Räume unter 26 Grad halten, wenn möglich Klimaanlage oder Kühlaggregate nutzen. Fenster morgens und abends öffnen, um kühlere Außenluft hereinzulassen. Körper gezielt abkühlen: Lauwarme Duschen nehmen, feuchte Wickel um Nacken, Stirn und Unterarme legen, kalte Wärmflaschen zur Kühlung nutzen. Kaltewasserbäder für Hände und Unterarme können schnell Erleichterung bringen. Ärztliche Beratung vor Hitzewellen einholen: Hausarzt kontaktieren und klären, ob Medikamentendosierungen angepasst werden müssen. Blutdrucksenker, Herzmedikamente und Diabetes-Mittel sind bei Hitze kritisch. Notfallnummern und Kontakte griffbereit halten. Soziale Kontakte intensivieren: Für alleinlebende ältere Menschen tägliche Anrufe vereinbaren, Nachbarn informieren, dass regelmäßiges Nachschauen wichtig ist. Kinder und Angehörige sollten besonders an Tag zwei und drei einer Hitzewelle verstärkt Kontakt halten. Warnzeichen kennen und ernst nehmen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit, schneller Herzschlag oder ungewöhnliche Müdigkeit sind Alarmzeichen. Dann sollte sofort ein Arzt kontaktiert oder der Notfalldienst gerufen werden. Im Zweifelsfall lieber zu früh als zu spät ärztliche Hilfe holen. Tagesablauf anpassen: Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen, Mittagshitze meiden. Auch leichte körperliche Aktivität ist wichtig, sollte aber der Hitze angepasst werden – kurze, leichte Bewegungen statt langer Spaziergänge. Die Botschaft ist klar: Hitze ist für ältere Menschen keine Lappalien, sondern ein ernstes Gesundheitsrisiko. Mit gezielten Maßnahmen – richtiges Trinken, aktive Kühlung, medizinisches Monitoring und soziale Unterstützung – lassen sich die schlimmsten Folgen jedoch verhindern. Der Schlüssel liegt in der Vorausplanung und darin, die kritischen Tage einer Hitzewelle ernst zu nehmen. Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 gesundheit Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. 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