ZenNews24› International› Zwischen Konfrontation und Kalkül: Trump und Xi s… International Zwischen Konfrontation und Kalkül: Trump und Xi suchen in Davos den Gesprächsfaden Das Treffen der beiden Staatschefs am Rande des Weltwirtschaftsforums markiert eine taktische Pause im sino-amerikanischen Handelsdisput – doch strukturelle Gegensätze bleiben ungelöst Von ZenNews24 Redaktion 14.05.2026, 21:33 Uhr 3 Min. Lesezeit Aktualisiert: 15.05.2026 Das Wichtigste in Kürze Es war kein Neuanfang, aber auch kein StillstandAls Donald Trump und Xi Jinping am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zusammentrafen, begegneten sich zw Es war kein Neuanfang, aber auch kein Stillstand. Als Donald Trump und Xi Jinping am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zusammentrafen, begegneten sich zwei Männer, die den globalen Handel der vergangenen Jahre wie kaum andere geprägt – und belastet – haben. Das Gespräch, das beide Seiten anschließend als konstruktiv bezeichneten, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die strukturellen Verwerfungen zwischen Washington und Peking durch einen einzigen Gipfel nicht zu beheben sind.InhaltsverzeichnisDie Zollfrage als VerhandlungsmasseHistorische Einbettung: Ein Konflikt mit langer VorgeschichteDie wirtschaftlichen Risiken einer unkontrollierten EskalationDelegationen sollen verhandeln – doch die Substanz fehlt noch Die Zollfrage als Verhandlungsmasse Im Mittelpunkt der Unterredung stand jene Frage, die die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder seit Jahren vergiftet: die gegenseitigen Zölle auf Waren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar. Trump hatte im Vorfeld seines Amtsantritts erneut empfindliche Abgaben auf chinesische Importe angekündigt – ein Signal, das Peking mit gewohnter Zurückhaltung, aber erkennbarer Nervosität aufnahm. Dass beide Seiten nun ihre grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft bekräftigten, ist als diplomatisches Minimum zu werten, nicht als Durchbruch. ▶ Auf einen BlickTrump und Xi trafen sich in Davos und bekräftigten ihre grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft in der Zollfrage.Die gegenseitigen Zölle auf Waren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar bleiben das zentrale Streitthema zwischen USA und China.Ein Durchbruch ist nicht zu erwarten, da Trumps Zollpolitik innenpolitischen und geopolitischen Zielen dient. Denn die Logik hinter Trumps Zollrhetorik ist nicht allein handelspolitischer Natur. Sie bedient innenpolitische Erwartungen, dient als Druckmittel in einem breiteren geopolitischen Wettbewerb und spiegelt eine industriepolitische Doktrin wider, die in Washington parteiübergreifend Konsens gefunden hat. Peking seinerseits kann angesichts einer konjunkturell angeschlagenen Binnenwirtschaft und wachsender Exportabhängigkeit keinen eskalierenden Handelskrieg gebrauchen – und weiß das. ZDF heute Historische Einbettung: Ein Konflikt mit langer Vorgeschichte Der sino-amerikanische Handelsstreit ist älter als die erste Amtszeit Trumps. Seit Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation im Jahr 2001 häufen sich die Vorwürfe des Technologietransfers unter Zwang, staatlicher Subventionierung und systematischer Marktabschottung. Unter Barack Obama wurde die Kritik zunächst in multilaterale Kanäle gelenkt, unter Trump erstmals offen zur Konfrontation zugespitzt. Joe Bidens Regierung behielt den Kurs im Wesentlichen bei – und baute ihn in Schlüsselbereichen wie Halbleitern und Künstlicher Intelligenz gezielt aus. Das Video „KSZE einfach erklärt - KSZE Schlussakte - historische Einordnung, Bewe..." von EinfachSchule beleuchtet den Hintergrund zu diesem Thema. Es bietet internationale Einblicke, die den Artikel mit visuellem Material ergänzen.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Was in Davos sichtbar wurde, ist folglich keine Neuerfindung der Beziehung, sondern die Fortsetzung eines bekannten Musters: Eskalationsandrohung, taktischer Rückzug, Gesprächsaufnahme – und erneute Stagnation. Diesen Zyklus haben beide Länder seit 2018 mehrfach durchlaufen. Die wirtschaftlichen Risiken einer unkontrollierten Eskalation Dass die Finanzmärkte auf die bloße Gesprächsbereitschaft der beiden Staatschefs mit Kursgewinnen reagierten, illustriert die Nervosität, die sich in den vergangenen Wochen aufgestaut hatte. Ökonomen warnen seit längerem, dass eine neuerliche Zollspirale nicht auf den bilateralen Handel beschränkt bliebe. Globale Lieferketten, die tief in beiden Volkswirtschaften verwurzelt sind, würden unter einer weiteren Fragmentierung leiden. Für Europa – als bedeutender Handelspartner beider Seiten – birgt ein verschärfter sino-amerikanischer Konflikt erhebliche Kollateralrisiken: steigende Importpreise, Absatzverluste und den Druck, sich zu positionieren, ohne die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu beschädigen. Delegationen sollen verhandeln – doch die Substanz fehlt noch In den kommenden Wochen sollen Fachdelegationen beider Länder konkrete Verhandlungen aufnehmen. Das ist prozeduraler Fortschritt, aber noch kein inhaltlicher. Die entscheidenden Fragen – Umfang und Tempo eines möglichen Zollabbaus, gegenseitige Marktzugangsrechte, der Umgang mit sensiblen Technologiebereichen – sind in Davos nicht annähernd beantwortet worden. Beobachter in Peking wie in Washington mahnen zur Nüchternheit. Ein Handelsabkommen von substanziellem Gewicht würde innenpolitische Kompromisse auf beiden Seiten erfordern, die derzeit kaum durchsetzbar erscheinen. Trump steht unter dem Erwartungsdruck seiner wirtschaftsnationalistisch ausgerichteten Wählerschaft; Xi kann sich nach Jahren der Rhetorik von nationaler Stärke und wirtschaftlicher Eigenständigkeit keine öffentliche Konzession leisten, die als Schwäche ausgelegt werden könnte. Was Davos hinterlässt, ist daher vor allem dies: ein Signal der Deeskalation, das die Substanz eines echten Ausgleichs noch schuldig bleibt. Ob die Delegationen in den kommenden Wochen mehr liefern können als Gesprächsprotokolle, wird sich zeigen. Die Geschichte dieses Konflikts rät zur Zurückhaltung beim Optimismus. Mehr zum ThemaTrump trifft Xi in Peking: Großmächte suchen neuen GesprächsfadenTrump trifft Xi Jinping in Peking: Showdown über Iran und die Zukunft der Straße von HormusTrump weist Iran-Angebot zurück: Naher Osten vor neuer Eskalation EinordnungDeutsche Unternehmen sind von eskalierenden Handelskonflikten zwischen USA und China direkt betroffen, da sie in beide Märkte exportieren und Lieferketten durcheinander geraten. Eine Zolleskalation könnte deutsche Exporte verteuern und Inflation sowie Wachstum in Deutschland belasten. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: International Quelle: ZDF heute nachrichten Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 International Zwischen Konfrontation Kalkül Trump Davos Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. 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