ZenNews24› Politik› Russland beginnt Angriffskrieg gegen die Ukraine Politik Russland beginnt Angriffskrieg gegen die Ukraine </strong> Putins Armee überschreitet die Grenze — Europa erlebt größten militärischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg</p> Von Thomas Weber 24.02.2022, 20:48 Uhr 4 Min. Lesezeit Aktualisiert: 07.05.2026 Das Wichtigste in Kürze </strong> Am 24Februar 2022 startet Russland einen Großangriff auf die UkrainePanzer rollen über die Grenze, Luftschläge treffen Städte wie Kiew In den frühen Morgenstunden des 24. Februar 2022 überschreiten russische Panzerverbände die ukrainische Grenze an mehreren Punkten gleichzeitig. Um 5:40 Uhr Moskauer Zeit spricht Wladimir Putin von einer „militärischen Spezialoperation" — ein euphemistischer Begriff für das, was die Welt seither als das bezeichnet, was es ist: ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, der größte bewaffnete Konflikt auf europäischem Boden seit 1945. Für die europäische Sicherheitsordnung, mühsam errichtet nach zwei Weltkriegen, ist es eine Zäsur ohne Präzedenz in der Nachkriegsgeschichte.InhaltsverzeichnisDrei Fronten, ein ZielJahrzehnte auf dem Weg zu diesem MorgenDie Lage in ZahlenReaktionen: Entsetzen, Entschlossenheit, ZögernWas dieser Krieg verändert Das Wichtigste in KürzeDrei Fronten, ein ZielJahrzehnte auf dem Weg zu diesem MorgenDie Lage in ZahlenReaktionen: Entsetzen, Entschlossenheit, Zögern Drei Fronten, ein Ziel Wenige Tage später folgt die „Zeitenwende"-Rede im Bundestag — eine historische Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik mit 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr. Der Angriff folgt einer dreigliedrigen Stoßrichtung. Von Norden rollen russische Verbände über belarussisches Territorium direkt auf Kiew zu — das strategische Herzstück der Operation. Von Osten attackieren Einheiten aus dem Donbas, wo seit 2014 ein schwelender Konflikt tobte, der offiziell über 14.000 Menschenleben gefordert hatte. Von Süden stoßen Kräfte von der seit 2014 annektierten Krim vor. Das Institute for the Study of War (ISW) schätzte die initial eingesetzte russische Truppenstärke auf rund 190.000 Soldaten (Quelle: ISW, Washington D.C.). Ukraine Kiew Militaer Krieg Soldaten Front Osteuropa Konflikt Innerhalb von Stunden treffen Raketen und Marschflugkörper militärische Infrastruktur in der gesamten Ukraine: den Flughafen Hostomel bei Kiew, Kasernen in Charkiw, Energieanlagen im Westen des Landes. Explosionen erschüttern Kiew noch vor Sonnenaufgang. Die Ukraine aktiviert sofort das Kriegsrecht. Jahrzehnte auf dem Weg zu diesem Morgen Der 24. Februar ist kein Beginn aus dem Nichts. Er ist der vorläufige Endpunkt einer Entwicklung, die mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 einsetzte. Die Ukraine, flächenmäßig größtes Land Europas nach Russland, bewegt sich seit der Orangenen Revolution 2004 und vor allem seit den Euromaidan-Protesten 2013/14 konsequent Richtung Westen — hin zur Europäischen Union, hin zur NATO. Für den Kreml ist das keine politische Neuigkeit, sondern eine existenzielle Bedrohung. Putin reagierte erstmals militärisch im Frühjahr 2014: Die Annexion der Krim, völkerrechtlich weltweit verurteilt, und die gezielte Destabilisierung des Donbas durch Separatisten, die Moskau mit Waffen, Geld und „freiwilligen" Kämpfern versorgte. Die Minsker Abkommen von 2014 und 2015 sollten den Konflikt einfrieren — sie verschoben ihn nur. Am 21. Februar 2022, drei Tage vor dem Großangriff, erkannte Moskau die selbsternannten „Volksrepubliken" Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten an — ein Schritt ohne jede Grundlage im Völkerrecht.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Das Video „Ukraine-Krieg: So startete Russlands blutiger Angriffskrieg" von BILD beleuchtet den Hintergrund zu diesem Thema. Es bietet politische Einblicke, die den Artikel mit visuellem Material ergänzen. Russland Beginnt Angriffskrieg Gegen Die Ukraine 20220224 Februar 2014Euromaidan-Proteste erzwingen den Sturz von Präsident Janukowitsch; Russland beginnt die Destabilisierung der Ostukraine März 2014Russland annektiert die Krim — internationales Recht wird erstmals auf europäischem Boden durch Annexion gebrochen Feb./Sept. 2015Minsker Abkommen I und II sollen Waffenstillstand im Donbas sichern — beide scheitern de facto 21. Feb. 2022Putin erkennt „Volksrepubliken" Luhansk und Donezk an; Bundestag unterbricht Beratungen zur Nord Stream 2 24. Feb. 2022, 5:40 UhrPutin verkündet „Spezialoperation"; russische Truppen überschreiten die Grenze auf drei Fronten 24. Feb. 2022, VormittagUkraine verhängt Kriegsrecht; Präsident Selenskyj ruft internationale Gemeinschaft zu Unterstützung auf Die Lage in Zahlen Parameter Angaben zum Angriffszeitpunkt Quelle Eingesetzte russische Soldaten (Schätzung) ca. 190.000 ISW Angriffsrichtungen 3 (Nord, Ost, Süd) ukrainischer Generalstab Tote im Donbas-Konflikt 2014–2022 über 14.000 UN OHCHR Vertriebene innerhalb der Ukraine (erste Woche) über 500.000 UNHCR Geflüchtete ins Ausland (erste vier Wochen) über 4 Millionen UNHCR Länge der ukrainisch-russischen Grenze ca. 2.300 km Auswärtiges Amt Reaktionen: Entsetzen, Entschlossenheit, Zögern Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident: „Wir lassen unsere Waffen nicht nieder. Wir verteidigen unser Land." — Videoansprache aus Kiew, 24. Februar 2022. Olaf Scholz, Bundeskanzler: Verurteilt den Angriff als „eklatanten Bruch des Völkerrechts" und kündigt scharfe Sanktionen an. Wenige Tage später folgt die „Zeitenwende"-Rede im Bundestag — eine historische Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik mit 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr. Wie sehr dieser Kurswechsel die deutsche Innenpolitik seither prägt, zeigt die anhaltende Debatte über Rüstungsausgaben und Bündnisverpflichtungen. Josep Borrell, EU-Außenbeauftragter: Kündigt das „härteste Sanktionspaket" in der Geschichte der EU an — darunter Einfrierung von Vermögen, Ausschluss russischer Banken aus dem SWIFT-System und Exportverbote für Dual-Use-Güter. Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär: Aktiviert erstmals in der Geschichte der Allianz Artikel-4-Konsultationen für alle östlichen Mitgliedstaaten; betont, NATO werde jeden Zentimeter des Bündnisgebiets verteidigen. Xi Jinping, China: Keine Verurteilung. Peking enthält sich bei der UN-Vollversammlung — und pflegt seither eine „Partnerschaft ohne Grenzen" mit Moskau, die den Westen in seiner Chinapolitik vor grundsätzliche Fragen stellt. Was dieser Krieg verändert Die unmittelbaren militärischen Folgen des ersten Tages sind brutal — aber die langfristigen geopolitischen Erschütterungen reichen tiefer. Deutschland, jahrzehntelang auf „Wandel durch Handel" fixiert und stark von russischem Gas abhängig, muss seine gesamte Energiearchitektur neu denken. Wirtschaftsminister Habeck verteidigt seither im Bundestag einen überstürzten, aber alternativlosen Umbau der Energieversorgung — weg von russischem Pipeline-Gas, hin zu LNG-Terminals und beschleunigtem Ausbau erneuerbarer Energien. Finnland und Schweden, jahrzehntelang militärisch neutral, beantragen innerhalb von Monaten die NATO-Mitgliedschaft. Die Ostflanke der Allianz wird massiv verstärkt. Und in Berlin, Paris wie Washington stellt sich eine Frage, die lange verdrängt wurde: Wie viel Entschlossenheit hatte der Westen wirklich, als es darauf ankam? Dass diese sicherheitspolitische Debatte die deutsche Öffentlichkeit bis heute beschäftigt, spiegeln aktuelle Umfragen zur Bundesregierung unmissverständlich wider. „Es gibt keine friedliche Koexistenz mehr mit einem Russland, das seine Nachbarn mit Gewalt unterwirft. Das ist die Lehre des 24. Februar." — Sicherheitsforscher Carlo Masala, Universität der Bundeswehr München (Quelle: ZDF-Interview, März 2022) Der Angriff auf die Ukraine ist nicht allein ein Krieg zweier Staaten. Er ist ein Angriff auf Lesen Sie auchUkraine ruft einseitige Waffenruhe aus – Russland folgt nichtPutins Kriegsziele: Was Russland in der Ukraine erreichen willRussland-Sanktionen: Wie effektiv sind sie wirklich? Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Ukraine Russland Krieg NATO T Thomas Weber Politik & Wirtschaft Thomas Weber beobachtet seit über 15 Jahren die deutsche Bundespolitik und europäische Wirtschaftsentwicklungen. Sein Schwerpunkt liegt auf Haushaltspolitik, Koalitionsdynamiken und internationaler Handelspolitik. 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